Solidarische Versteigerung

Hintergrund der solidarischen Versteigerung
 
Migrant_innen sind von struktureller Gewalt, in Form von (staatlichem) Rassismus, betroffen. Österreich ist ein Ort der Unsicherheit für all jene Menschen, die nicht in das Bild vom weißen, wohlhabenden, heterosexuellen Mann passen. Nicht nur alltäglicher Rassismus und Übergriffe im öffentlichen Raum tragen zum Ausschluss von Migrant_innen bei. Rassismus ist auch struktureller Bestandteil von allen Institutionen die Repression ausüben, wie z.B. der Polizei, den Gerichten und den Medien. Dies hat zur Folge, dass Migrant_innen im Gegensatz zu weißen Österreicher_innen häufiger kontrolliert, zu höheren Strafen verurteilt und für die rechte Hetze von Parteien und profitorientierten Medien missbraucht werden. Nicht zuletzt werden rassistische Feindbilder konstruiert, um eine Welle der Kriminalisierung voranzutreiben und Gesetze zu erlassen, deren Auswirkungen schlussendlich jede_n betreffen. (Weswegen wir uns die Frage stellen, ob wir tatsächlich in einem autoritären Polizeistaat leben wollen oder nicht doch lieber in einer herrschaftsfreien Gesellschaft?!)
 
Die Abschiebung ist eine der gewaltsamsten Ausdrücke von staatlichem Rassismus. Kürzlich hat das Innenministerium Zahlen veröffentlicht, die verdeutlichen, dass es zahlreichen Widerstand in Schubhaft gibt, bei denen die Betroffenen ihr Leben riskieren. Seit 2013 wurden 3.637 Hungerstreiks und 58 Suizidversuche gezählt, wobei die Dunkelziffern vermutlich noch höher sind. Etwa 18.000 Menschen waren vom Jänner 2013 bis zum Oktober 2018 in Schubhaft, die meisten davon wurden im Polizeianhaltezentrum Wien-Hernalser Gürtel eingesperrt. Zuletzt hat dieses Schubhaft-Gefängnis die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als in einer Zelle Feuer gelegt wurde.
 

Das JACK-Kollektiv
 
Die gesellschaftlichen Machtverhältnisse sind auch Teil der Bildungsinstitutionen und deutlich spürbar in den Bereichen von Kunst und Kultur. Als Student_innen der Akademie wollen wir uns positionieren und dagegen vorgehen. Wir sind ein Kollektiv, dass sich aus Student_innen, Migrant_innen und solidarischen Menschen zusammensetzt, die sich für eine Zukunft ohne Rassismus und staatlicher Gewalt einsetzen.
 
Die Versteigerung von künstlerischen Werken sehen wir als eine Möglichkeit Geld zu sammeln, um Migrant_innen in Österreich zu unterstützen. Die Startpreise werden von den Künstler_innen gemeinsam mit dem JACK-Kollektiv festgelegt. Wir bemühen uns um ein vielfältiges Angebot und werden Kunstwerke in verschiedenen Preisklassen versteigern.
 
Der Gewinn ist ausschließlich für solidarische Zwecke und wird Menschen zur Verfügung gestellt, die von Rassismus und staatlicher Gewalt betroffen sind, sich in Schubhaft befinden oder von Abschiebungen bedroht werden. Das JACK-Kollektiv leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von diskriminierenden Verhältnissen und ladet dich ein daran teilzunehmen:
 
1. Solidarische Versteigerung
Sonntag 27. Januar 2019 – Semper Depot
Atelierhaus, Lehargasse 8, 1060 Wien, 1OG Atelier Süd (M1)
 
Organisiert vom JACK-Kollektiv
Unterstützt von Student_innen der Akademie der bildenden Künste Wien und solidarischen Künstler_innen